Einbau

Geschützt: Zisterne einbauen: So läuft’s ab – und wann du einen Profi brauchst

Eine Zisterne einzubauen ist ein echtes Bauprojekt. Mit Erfahrung, dem richtigen Gerät und der Einbauanleitung ist Eigenleistung möglich – viele beauftragen aber bewusst einen Fachbetrieb. Hier gehen wir den Ablauf in fünf Schritten durch: von der Anlieferung frei Bordsteinkante bis zur fertigen, verfüllten Grube.

Thomas Biniasch (Aktualisiert: ) 8 Min. Lesedauer
Schnittzeichnung: Regenwassernutzung im Haus mit Erdtank im Garten
Der Einbau entscheidet über die Lebensdauer der Anlage. Maßgeblich ist immer die Einbauanleitung des jeweiligen Tanktyps. Foto: regenwert®
Porträt von Thomas Biniasch

Thomas Biniasch

Berät seit mehr als 15 Jahren Hausbesitzer und Fachbetriebe zur Dimensionierung und Ausstattung von Regenwassernutzungsanlagen.

Der Einbau einer Zisterne in 5 Schritten

  1. Lieferung und Entladung planen

    Die Anlieferung erfolgt per Spedition frei Bordsteinkante; das Entladen übernimmst du selbst. Kläre vorab die Zufahrt für den LKW, stelle das Hebegerät bereit und plane 2–4 Personen ein. Den Liefertermin kannst du über den regenwert® Kundenservice oder direkt mit dem Spediteur verschieben.

    Lieferbedingungen ansehen
  2. Baugrube ausheben und Sohle vorbereiten

    Die Grube wird nach Einbauanleitung ausgehoben – Abmessungen, Arbeitsraum und Sohlaufbau sind dort für jeden Tanktyp festgelegt. Auf die verdichtete Sohle kommt die vorgeschriebene Bettung. Prüfe jetzt den Grundwasserstand: Ist er hoch, brauchst du eine Auftriebssicherung.

  3. Tank einsetzen und ausrichten

    Der Tank wird gleichmäßig abgesetzt und waagerecht ausgerichtet. Danach die Zulauf-, Überlauf- und Technikanschlüsse in DN 100 setzen. Der RW Max bietet dafür sieben Anschlüsse: zwei für Zulauf und Filter, einen für den Überlauf und vier Anschlussflächen für das Technikrohr.

  4. Lagenweise verfüllen und wässern

    Verfüllt wird mit dem vorgeschriebenen Material in Lagen und gleichmäßig um den Tank herum – nie einseitig. Parallel wird der Tank befüllt, damit sich Innen- und Außendruck ausgleichen. Dieser Schritt ist der häufigste Fehlerpunkt beim Selbsteinbau.

  5. Filter, Pumpe und Deckel montieren

    Filter im Domschacht einsetzen, beruhigten Zulauf anschließen, Pumpentechnik installieren. Zum Abschluss den Deckel mit Kindersicherung aufschrauben. Die Domschachthöhe lässt sich um 112 oder 224 mm kürzen – bei Bedarf verlängern die Domschachtverlängerungen um 150 oder 300 mm.

    Zur Domschachtverlängerung

Gewichte, Maße und Hilfsmittel je Tankgröße

TankVolumenMaße L × B × HGewichtBelastbarkeitEntladungProdukt
RW Flow2.500 l–––2–3 Personen + HebegerätRW Flow
RW Flex2.000 l––PKW-befahrbar bis 2,2 t Achslast2–3 Personen + HebegerätRW Flex
RW Flex4.000 l––PKW-befahrbar bis 2,2 t Achslast3–4 Personen + Radlader/BaggerRW Flex
RW Max5.000 l2.310 × 2.440 × 2.140 mm190 kgbegehbar3–4 Personen + Radlader/BaggerRW Max
RW Max7.500 l3.560 × 2.440 × 2.140 mm280 kgbegehbarRadlader oder Bagger erforderlichRW Max
RW Max10.000 l4.800 × 2.440 × 2.140 mm380 kgbegehbarRadlader oder Bagger erforderlichRW Max

Checkliste für den Liefertag

  • Zufahrt für den Sattelzug geprüft und freigehalten
  • 2–4 Personen eingeplant und terminlich bestätigt
  • Hebegerät bereitgestellt: Traktor mit Frontlader, Radlader oder Mini-Bagger
  • Stabile Holzbohlen zum sicheren Abladen und Abrollen vorhanden
  • Abstellfläche vorbereitet – eben, frei von spitzen Steinen
  • Baugrube fertig oder Zwischenlagerplatz geklärt
  • Einbauanleitung ausgedruckt und gelesen
  • Grundwasserstand geprüft, Auftriebssicherung geklärt

Selbst machen oder Fachbetrieb?

Machbar mit handwerklicher Erfahrung, verfügbarem Hebegerät und der Bereitschaft, die Einbauanleitung Schritt für Schritt zu befolgen. Realistisch, wenn du Zugang zu Radlader oder Mini-Bagger hast, den Bodenaufbau einschätzen kannst und den Grundwasserstand kennst. Rechne mit mehreren Tagen und Helfern.

Passendes Zubehör für den Einbau

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie tief muss eine Zisterne eingebaut werden?

Der Wasserstand im Tank muss dauerhaft unterhalb der Frostgrenze liegen – in Deutschland rund 80 bis 100 cm unter der Geländeoberkante. Die exakte Einbautiefe hängt von Tankgröße und Bauform ab und steht in der Einbauanleitung. Der RW Flow braucht mit 1,12 m die geringste Einbautiefe.

Wer baut eine Kunststoffzisterne ein?

Der Einbau erfolgt typischerweise durch Garten- und Landschaftsbauer oder Tiefbauunternehmen. Mit dem nötigen Gerät und handwerklicher Erfahrung ist Eigenleistung möglich. Für die Verrohrung im Haus ist zusätzlich ein Sanitärfachbetrieb erforderlich.

Wie wird der Tank angeliefert?

Per Spedition frei Bordsteinkante. Das Entladen vor Ort übernimmst du – plane je nach Tankgröße 2–4 Personen sowie Traktor, Radlader oder Mini-Bagger ein. Die Lieferzeit beträgt 7–10 Werktage ab Vertragsschluss.

Kann ich meinen Liefertermin verschieben?

Ja. Das ist über den regenwert® Kundenservice oder direkt mit dem Spediteur möglich. Kläre es früh, damit Lieferung und Einbautermin zusammenpassen.

Kann ich die Zisterne unter der Einfahrt einbauen?

Bei PKW-Verkehr ja: Der RW Flex ist bis 2,2 t Achslast befahrbar, für die Schachtabdeckung gibt es die befahrbare Betonschachtabdeckung. Bei LKW- oder Schwerlastverkehr ist eine gesonderte statische Betrachtung erforderlich.

Wie reinige ich einen Regenwassertank?

Das Filtersieb wird regelmäßig entnommen und gespült. Der Tank selbst muss nur selten entleert werden – dann wird die Sedimentschicht am Boden abgesaugt. Bei fachgerechtem Einbau mit beruhigtem Zulauf bleibt das Sediment unten liegen und der Aufwand niedrig.

Quellen & Belege

  1. regenwert®: Einbauanleitung RW Max (PDF), Stand 2026.
  2. regenwert®: Technische Daten und Produkthinweise der Tankserien, Stand Juli 2026.
  3. DIN 1989-1: Regenwassernutzungsanlagen – Planungs-, Ausführungs- und Betriebsgrundlagen.
  4. DIN 1989-3: Anforderungen an Behälter und Abdeckungen.
  5. regenwert®: Lieferung und Zahlung – Konditionen frei Bordsteinkante.

Fazit

Der Einbau ist der Schritt, an dem eine Regenwasseranlage über Jahrzehnte hinweg entweder trägt oder Probleme macht. Drei Punkte entscheiden: ausreichende Einbautiefe unterhalb der Frostgrenze, lagenweises Verfüllen bei parallelem Wässern und – bei hohem Grundwasser – die Auftriebssicherung. Wer diese drei Dinge beherrscht, kann selbst einbauen. Wer bei einem davon unsicher ist, sollte einen Fachbetrieb holen: Einbaufehler sind von der Garantie ausgenommen und später nur mit erneutem Ausheben zu beheben.

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Häufige Fragen