Nachhaltigkeit

Geschützt: Regenwasser im Haushalt nutzen: WC, Waschmaschine und mehr

Die meisten denken bei Regenwasser zuerst an den Garten. Drinnen steckt aber das größere Sparpotenzial: Toilettenspülung und Waschmaschine gehören zu den größten Trinkwasser-Verbrauchern im Haushalt – und für beide brauchst du kein Trinkwasser. Was technisch nötig ist, was rechtlich gilt und wo die Grenze verläuft.

Pascal Diehlmann (Aktualisiert: ) 7 Min. Lesedauer
Waschmaschine mit Wäschekorb im Hauswirtschaftsraum
Regenwasser ist weiches Wasser – das schont die Waschmaschine und spart Waschmittel. Foto: regenwert®
Porträt von Pascal Diehlmann

Pascal Diehlmann

Wofür lässt sich Regenwasser im Haushalt einsetzen?

VerwendungszweckTrinkwasserqualität nötig?Mit Regenwasser möglichBenötigte TechnikPassendes Paket
WC-SpülungneinjaFeinfilter + Hauswasserwerk mit NachspeisungHaus & Garten
WaschmaschineneinjaFeinfilter + Hauswasserwerk mit NachspeisungHaus & Garten
Putzen & ReinigenneinjaFeinfilter, Zapfstelle im HausHaus & Garten
GartenbewässerungneinjaGartenfilter + TauchpumpeGartenpaket
TeichbefüllungneinjaGartenfilter + TauchpumpeGartenpaket
Fahrzeug- & Fensterreinigungneinja (kalkarm, keine Wasserflecken)Gartenfilter + TauchpumpeGartenpaket
Duschen & Badenjanein–
Trinken & Kochenjanein–
Geschirrspülerjanein–

Warum Regenwasser der Waschmaschine gut tut

Regenwasser ist weiches Wasser – es enthält praktisch keinen Kalk. Für die Waschmaschine bedeutet das zwei Dinge: Du brauchst weniger Waschmittel, weil die Dosierempfehlungen auf den Härtegrad des Wassers ausgelegt sind, und im Heizstab lagert sich weniger Kalk ab. Beim Putzen zeigt sich derselbe Effekt an Fenstern, Fliesen und Fahrzeugen: keine Kalkflecken beim Trocknen.

Worauf es bei der Hausnutzung technisch ankommt

Hier liegt der entscheidende Unterschied zur reinen Gartenbewässerung. Ein Gartenfilter mit Laubsammelkorb hält Blätter und groben Schmutz zurück – für die Nutzung im Haus reicht das nicht. Ohne geeignete Feinfilterung können Gerüche, Verstopfungen oder hygienische Probleme entstehen. regenwert® setzt deshalb auf den Feinfilter Select mit einem Edelstahlsieb von 0,70 mm Maschenweite.

Ebenso wichtig ist die Pumpentechnik. Das Pumpenpaket-Haus mit dem Hauswasserwerk RW BASIC schaltet bei leerer Zisterne automatisch auf Trinkwasser um – die Nachspeisung erfolgt nach DIN EN 1717. So bleibt die Versorgung von WC und Waschmaschine auch nach drei trockenen Wochen sichergestellt. Ein Trockenlaufschutz in der Pumpensteuerung verhindert Schäden, wenn der Wasserstand fällt.

Detaillierte Systemkomponenten

Feinfilter Select – die Voraussetzung für die Hausnutzung

Laub und Schmutz fließen über das Filtersieb und werden vom nachfließenden Regenwasser in die Kanalisation gespült; das gereinigte Wasser läuft in die Zisterne. Technische Daten: Edelstahlsieb mit 0,70 mm Maschenweite, ausgelegt für Dachflächen bis 200 m², alle Anschlüsse in DN 100, Einbau in den Domschacht der Serien RW Flex, RW Max und RW Flow. Zur Reinigung lässt sich das Sieb aus dem Gehäuse entnehmen. Preis: 229,00 € inkl. MwSt. (Stand Juli 2026).

Zum Feinfilter Select
Hauswasserwerk RW BASIC – Versorgungssicherheit auch bei leerer Zisterne

Kompakte, anschlussfertige Anlage mit automatischer Umschaltung zwischen Regen- und Trinkwasser. Die Nachspeisung erfolgt nach DIN EN 1717, die integrierte Pumpensteuerung hat einen Trockenlaufschutz.

Zum Pumpenpaket-Haus
Schwimmende Entnahme – Wasser von dort holen, wo es am klarsten ist

Die Entnahme erfolgt nicht am Boden, sondern knapp unter der Wasseroberfläche. Damit wird die Sedimentschicht am Tankboden nicht angesaugt.

Zur schwimmenden Entnahme
Beruhigter Zulauf – damit das Sediment liegen bleibt

Wird direkt hinter dem Filter installiert und leitet das Wasser am Tankboden gezielt so ein, dass die Sedimentschicht nicht aufgewirbelt wird. Bei Garten- und Haus-&-Garten-Paketen bereits enthalten.

Zum beruhigten Zulaufschuh
Überlaufsiphon DN 100 mit Kleintierschutz

Leitet überschüssiges Wasser kontrolliert in die Kanalisation ab und trägt dabei schwimmende Schmutzpartikel mit aus. Der Siphon verhindert außerdem, dass Gerüche aus der Kanalisation in den Tank ziehen. In allen regenwert® Paketen enthalten.

Die passende Technik für die Hausnutzung

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile (Pro)

  • WC-Spülung und Waschmaschine laufen ohne Trinkwasser – der größte Einsparhebel im Haus
  • Weiches, kalkarmes Wasser schont Waschmaschine und Armaturen und spart Waschmittel
  • Versorgungssicherheit durch automatische Trinkwassernachspeisung nach DIN EN 1717
  • Unabhängigkeit von steigenden Trinkwasser- und Abwasserpreisen

Nachteile (Contra)

  • Separates Leitungsnetz für Brauchwasser im Haus erforderlich – nachträglich aufwendig
  • Höhere Anschaffungskosten als bei reiner Gartennutzung (Feinfilter, Hauswasserwerk)
  • Regelmäßige Filterreinigung und Anlagenkontrolle nötig
  • Kein Trinkwasser – Duschen, Kochen und Geschirrspüler bleiben am Trinkwassernetz

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf ich Regenwasser für die Toilette nutzen?

Ja. Die WC-Spülung ist der klassische Anwendungsfall für Regenwasser im Haus, weil keine Trinkwasserqualität erforderlich ist. Voraussetzung ist eine geeignete Feinfilterung und ein separates, gekennzeichnetes Brauchwassernetz, das dauerhaft vom Trinkwasser getrennt ist.

Kann ich meine Waschmaschine mit Regenwasser betreiben?

Ja. Regenwasser ist weich und kalkarm, was den Waschmittelbedarf senkt und die Maschine schont. Nötig sind eine Feinfilterung wie der Feinfilter Select mit 0,70 mm Maschenweite und ein Hauswasserwerk mit automatischer Trinkwassernachspeisung.

Brauche ich ein zweites Leitungsnetz im Haus?

Ja. Brauchwasser muss über ein eigenes Leitungsnetz geführt werden, das dauerhaft vom Trinkwassernetz getrennt und eindeutig als Nicht-Trinkwasserleitung gekennzeichnet ist. Eine direkte Verbindung beider Netze ist nicht zulässig.

Kann ich Regenwasser als Trinkwasser aufbereiten?

Technisch ist eine Aufbereitung mit mehrstufiger Filterung und UV-Desinfektion möglich, für Privathaushalte aber meist unwirtschaftlich. Die regenwert® Tanks sind nicht für Trinkwasser zugelassen, da sie teilweise aus Recyclingmaterial bestehen.

Kann das Wasser in der Zisterne kippen oder riechen?

Bei korrekt geplanter Anlage nicht. Der Überlaufsiphon verhindert, dass Gerüche aus der Kanalisation eindringen, und trägt Schwimmstoffe beim Überlauf mit aus. Der beruhigte Zulauf hält die Sedimentschicht am Boden in Ruhe. Wichtig ist, dass die Zisterne mindestens einmal jährlich überläuft.

Was passiert, wenn die Zisterne leer ist?

Beim Hauswasserwerk RW BASIC schaltet die Steuerung automatisch auf Trinkwasser um – die Nachspeisung erfolgt nach DIN EN 1717. WC und Waschmaschine funktionieren also unabhängig vom Füllstand weiter.

Quellen & Belege

  1. DIN 1989-1: Regenwassernutzungsanlagen – Planungs-, Ausführungs- und Betriebsgrundlagen.
  2. DIN EN 1717: Schutz des Trinkwassers in Trinkwasser-Installationen – Sicherung gegen Verunreinigung durch Rückfließen.
  3. Trinkwasserverordnung (TrinkwV) – exakte Fassung und Paragraf nach rechtlicher Prüfung ergänzen.
  4. Umweltbundesamt: Informationen zur Regenwassernutzung im Haushalt.
  5. regenwert®: Technische Daten Feinfilter Select und Hauswasserwerk RW BASIC, Stand Juli 2026.

Fazit

Im Haus liegt das größere Sparpotenzial als im Garten – vorausgesetzt, die Technik stimmt. Feinfilterung und eine Pumpe mit automatischer Trinkwassernachspeisung sind dabei keine Extras, sondern Grundausstattung. Der Aufwand liegt weniger im Tank als im separaten Leitungsnetz: Wer neu baut, sollte es mitverlegen. Und die Grenze bleibt klar – Regenwasser ersetzt Trinkwasser überall dort, wo keine Trinkwasserqualität gefordert ist, aber nicht darüber hinaus.

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Häufige Fragen